General Studies

 

Hintergrund & Zielsetzung

Studierende des FB1 belegen nach Maßgabe der für sie gültigen Studienordnung verschiedene Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen im General Studies Bereich. Diese Veranstaltungen ermöglichen den Erwerb von Schlüsselqualifikationen entweder fachintegriert in studienfachspezifischen Praktika & Projekten, fachnah in fachbereichsverantworteten Kursen zu inhaltsübergreifenden naturwissenschaftsbezogenen Fertigkeiten oder fachübergreifend in den allgemeinen General Studies Angeboten der Fachbereiche und zentralen Einrichtungen.

Im Vergleich zu anderen Fachbereichen ist der GS-Wahlumfang im FB1 gering. Die GS-Angebote des Fachbereichs sind bereits gut in die bestehende Studienstruktur eingebunden und an den studienfachspezifischen Anforderungen ausgerichtet. Dennoch gibt es Handlungsbedarf:

  
Mangelnde General Studies - Informiertheit:
U.a. das Mentorenprogramm im WS2012/13 (s. Säule 2) wurde genutzt, um Rückmeldung über das Informiertheitsgefühl der Studierenden des FB1 zum General Studies Bereich zu erfassen. Es deutet sich an, dass die Studierenden in Bezug auf Zweck und Inhalte von GS-Veranstaltungen unzureichend informiert sind bzw. sich fühlen. Weiterhin sind sie unsicher bzgl. der Wahlmöglichkeiten bei fachnahen und -übergreifenden Veranstaltungen und bei den Anerkennungsformalia. Dies führt dazu, dass sie die persönlichen Bildungschancen des General Studies Bereichs nur unzureichend als solche wahrnehmen. Das GS-Angebot des FB1 muss außerhalb der Prüfungsordnungs-Texte transparent dargestellt werden.

  
Fachtypisches Anforderungsprofil: Ein wichtiger Teil naturwissenschaftlicher Arbeit bsteht im Verfassen fachtypischer naturwissenschaftlicher Texte (Abstracts, Berichte, Poster, Paper etc.) und in der sach- und adressatengerechten Präsentation der Ergebnisse. Zudem ist in der Physik und Elektrotechnik Englisch die überwiegende Korrespondenzsprache ist, so dass die Studierenden frühzeitig damit vertraut gemacht werden müssen - schulenglisch reicht hier nicht aus. Grundlegende Fähigkeiten im naturwissenschaftlichen Schreiben und Präsentieren sowie in naturwissenschaftlichem Englisch in Wort und Text sind notwendig für ein erfolgreiches Bachelorstudium, für den sicheren Übergang in forschungsorientierte Masterstudiengänge und gute Chancen in der späteren Berufswelt. Vor allem im Studiengang Elektrotechnik mangelt es an GS-Angeboten, welche Präsentationstechniken sowie wissenschaftliches Englisch fachbezogen vermitteln.

  
Heterogenität zum Studieneinstieg: Bei vielen fachnahen Fertigkeiten werden bereits zu Studienbeginn Grundkenntnisse vorausgesetzt (naturwissenschaftlicher Textsatz, naturwissenschaftliche Versuche vorbereiten und Versuchsberichte verfassen, Umgang mit speziellen Softwarewerkzeugen, mathematische Methoden der Datenauswertung, Darstellung von Daten und Ergebnissen). Es hat sich gezeigt, dass diese Fertigkeiten in der Schule nicht ausreichend angebahnt werden. Zudem macht es die im Laufe des Bachelorstudiums stetig steigende Zeitlast der Studierenden erforderlich, dass sie angemessene Strategien zum Zeit- und Selbstmanagement besitzen, damit nicht ungewollte Studienzeitverlängerungen die Studienmotivation und den Studienerfolg gefährden. Studierende erleben daher die Einstiegsphase als besonders belastend. Die bisherigen Maßnahmen zum Studieneinstieg reichen nicht aus.

  
Mangelnde Berufsfeldkenntnis: Eine Spezialisierung im B.Sc.-Studium, ein anschließender Berufseinstieg, aber auch die Orientierung im und nach dem M.Sc. Abschluss erfordern Überblickswissen über die Arbeitsfelder und Arbeitgeber von Naturwissenschaftlern. Insbesondere im Studiengang Physik berichten Studierende wiederholt von einer mangelden Informiertheit über die Arbeitsmarktsituation und Beschäftigungsmöglichkeiten von Physiker/-Innen. Das im Bachelorstudium zu belegende Berufspraktikum alleine reicht hier nicht aus.


Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage sind verschiedene Maßnahmen geplant:

  

Maßnahmen
1. Transparente Darstellung & Bedarfserhebung

Die Darstellung des bestehenden fachnahen und fachintegrierten General Studies Angebots soll transparenter und einheitlicher erfolgen und die Studierenden sollen über Wahfreiheiten und Anerkennungsformalitäten besser informiert werden. Dazu soll eine studiengangsübergreifende Informationswebsite dienen, die in die Internetpräsenz des FB 1 integriert werden. Qualität und Nutzen der Informationen werden gemeinsam mit Studierenden des FB1 evaluiert.

Weiterhin soll der Bedarf der FB1 Studierenden an fachnahen und fachübergreifenden Schlüsselqualifikationen erhoben werden. Eine Koordination dieser Maßnahme über alle Fachbereiche ist angestrebt, um die fachspezifische Bedarfe FB1-Studierender besser erkennen zu können.
  

Status: Abgeschlossen. Die Website ist eingerichtet (www.fb1.uni-bremen.de/studium/beratung-service/studienverlauf/general-studies/) und Studierendenaussagen zu Folge verständlich und nützlich.

Anstehend: Im Weiteren soll die Darstellung des General Studies Angebots innerhalb der FB1-Studiengangsbereiche von Stud.IP übersichtlicher und einheitlicher gestaltet werden sowie die Einbindung des allgemeinen GS-Angebots innerhalb der Studiengangsbereiche realisiert werden.
  

2. Konzeption und Verbesserung von General Studies Lehrveranstaltungen

In der Laufzeit des ForstA Projekts General Studies Mittel für die Konzeption, Erprobung und Etablierung zusätzlicher Lehrveranstaltungen beantragt und aufgewendet werden:


Status:

Zu 1: Im WS 2012/13 hat in der Physik ein General Studies Kurs (3CP) zu fremdsprachlichen Fachtexten (Englisch) stattgefunden, der auch in Zukunft regelmäßig im SS angeboten wird. Der Kurs findet in Zusammenarbeit dem dem FZHB statt, ein Lehrender aus der Physik übernimmt die fachspezifische Betreuung.

Um wissenschaftliches Englisch auch für Studierende der Elektrotechnik anzubieten, werden aktuell im SS2013 zwei GS-Kurse (je 3CP) "Englisch für Elektrotechniker" als FZHB Angebot für den FB1 durchgeführt. Die Kursbelegung deutet darauf hin, dass der Umfang beibehalten werden sollte. Perspektivisch sollen diese Kurse durch Lehrende aus der Elektrotechnik begleitet werden, die geeignete Fachthemen und -texte auswählen und die Studierenden in der schriftlichen und sprachlichen Anwendung von Fachvokabular unterstützen.
  

Zu 2: Im SS2013 wurde in der Physik eine GS-Lehrveranstaltung zu mündlichen Präsentationstechniken angeboten (3CP). Hier konnte erreicht werden, dass dieser Kurs auch für Studierende der Elektrotechnik geöffnet wird.

Generell sinkt die Anwahl von separaten Lehrveranstaltungen zu Präsentationstechniken. Perspektivisch sollen daher in Modulen/Veranstaltungen, in denen Präsentationen Teil der Prüfungsleistung sind, Präsentationscoaches eingesetzt werden. Zwei derzeit in Ausbildung befindliche Coaches werden dazu - in Kooperation mit der Studierwerkstatt - ab 2014 eine eigenständige GS-Lehrveranstaltung zu Präsentationstechniken anbieten.
  

Zu 3: Im WS2012/13 wurde in Zusammenarbeit mit der Studierwerkstatt eine zweistündige Informationsveranstaltung für Studienanfänger/-innen der Physik zum Zeit- und Selbstmanagement angeboten. Im Zuge der Konzeption eines Einführungsmoduls (s. 5.) soll diese Veranstaltung auf vier Stunden ausgeweitet und für Studienanfänger/-innen aller Studiengänge des FB1 angeboten werden.

Im WS2013/14 wurde der Kurs wie oben beschrieben durchgeführt, die Evaluation ist abgeschlossen. Im nächsten Durchlauf sollen ältere Studierende mit ihren Erfahrungen aktiv in Konzeption und Durchführung eingebunden werden. Weiterhin soll der Kurs zu einem fortgeschritteneren Zeitpunkt im ersten Semester angeboten werden.
  

Zu 4: Die für das WS 2012/13 überarbeitete GS-Veranstaltung der Physik "Grundlagen des naturwissenschaftlichen Arbeitens" führt u.a. in die Besonderheiten und das Verfassen naturwissenschaftlicher Texte ein. Durch eine Ausdehnung der Übungen soll ermöglicht werden, dass auch Studierende der Elektrotechnik hier Studienleistungen erwerben können.

Im WiSe2013/14 wurde im Rahmen des Einführungsmoduls (s. 6.) ein GS-Kurs zum naturwissenschaftlichen Textsatz mit LaTex entwickelt und durchgeführt. Der Kurs wurde positiv evaluiert und wird in weiteren Durchläufen des Einführungsmoduls fortgeführt.

Perspektivisch sollen Lehrende für eine Veranstaltung zum naturwissenschaftlichen Schreiben gewonnen werden, die vor allem Studierende auf die Abschlussphase vorbereitet. Eine längerfristige Kooperation mit der Studierwerkstatt wird angestrebt.
  

Zu 5: Vor dem Abschlussmodul absolvieren B.Sc.-Studierende der Physik im GS-Modul "Berufspraktikum" entweder ein Forschungs- (80h) oder Industriepraktikum (80 o. 160h). Dies bietet nur einen punktuellen Einblick in die Berufsperspektiven von Physiker/-innen. Zudem sind die Studierenden nur unzureichend auf das Praktikum vorbereitet (Formalia, Berufsfeldkenntnis, mögliche Praktikumsgeber, Bewerbungsstrategien etc.).

Um das Berufsfeld in seiner Breite abzubilden wurde eine GS-Begleitveranstaltung für das GS-Modul "Berufspraktikum" konzipiert (Website der Veranstaltung). Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Career-Center der Universität durchgeführt. In der Veranstaltung werden Berufsfeld und- perspektiven von Physiker/-innen dargestellt. Zudem berichten in Firmen und Forschungsinstituten berufstätige Absolvent(inn)en der Physik über Stationen und Anforderungen Ihres Berufswegs, schildern ihre aktuelle Berufspraxis, stellen ihre Arbeitgeber vor und beraten interessierte Studierende. Diese erhalten zudem Informationen zum Ablauf des Praktikums, zum Berufsfeld von Physikern sowie zur Bewerbung als Praktikant/-in.

 

Zu 6: Zu Studienbeginn WS 2012/13 fanden für die Fächer des FB1 vereinzelte Veranstaltungen zu studieneinstiegsrelevanten fachnahen Schlüsselkompetenzen statt. Bisher mangelte es an einem stimmigen Gesamtkonzept und direkter Bezugnahme auf Lehrveranstaltungen der Einstiegsphase. Zudem können die Studierenden sich den Arbeitsaufwand für die Teilnahme an diesen Veranstaltungen nicht im Studium anrechnen lassen.

Im WS2013/14 wurde ein neu konzipiertes "Einführungsmodul" durchgeführt (s. Säule 2). Dieses Modul bündelt die studienvorbereitenden Maßnahmen und findet erstmals als GS-Veranstaltung (3CP) für alle Fächer des FB1 statt. Bestandteil des Einführungsmoduls ist der aus ForstA-Mittel geförderte Zeitmanagement-Kurs. Die Veranstaltungen des Moduls bereiten direkt auf die Anforderungen der Studieneingangsphase vor. Das Einführungsmodul wurde evaluiert und die Ergebnisse sind über den Qualitätskreislauf des FB1 in die Konzeption für das WiSe2014/15 eingeflossen.
  

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