Archiviertes Physik-Kolloquium:

27. May. 2010, 16:15 Uhr, Gebäude NW1, Raum H3

Auf der Suche nach der Neutrinomassenskala: Das Karlsruhe Tritium Neutrinoexperiment KATRIN

Prof. Dr. Christian Weinheimer, FB Physik, Inst. f. Kernphysik, Uni Münster

Die Evidenzen für Neutrinooszillationen mit atmosphärischen, solaren, Reaktor- und Beschleunigerneutrinos zeigen, dass Neutrinos verschiedener Flavors untereinander mischen und von Null verschiedene Masse haben. Diese Experimente sind aber nur auf Unterschiede zwischen quadratischen Neutrinomassen sensitiv, nicht auf die Massen selbst. Aufgrund der Bedeutung der Neutrinomassenskala sowohl für die Teilchenphysik als auch für die Kosmologie und Astrophysik muss die Neutrinomassenskala mit einer anderen Methode, z.B. aus kosmologischen Analysen, aus dem neutrinolosen Doppelbetazerfall oder direkt, bestimmt werden. Das KArlsruher TRItium Neutrinoexperiment KATRIN wird die Neutrinomasse modellunabhängig mit einer sehr genauen Vermessung des Endpunktspektrums des Tritium-Betazerfall mit einer wesentlich höheren Empfindlichkeit von 0.2 eV/c2 bestimmen, um den ganzen kosmologisch relevanten Neutrinomassenbereich zu untersuchen. Das KATRIN-Experiment wird von einer internationalen Kollaboration am Forschungszen