Archiviertes Physik-Kolloquium:

20. Jan. 2011, 16:15 Uhr, Gebäude NW1, Raum H3

Diamanten, Spins und Photonen

Prof. Dr. Jörg Wrachtrup, Universität Stuttgart, 3. Physikalisches Institut und SCoPE

Supraleiter, Quantenpunkte und ultrakalte Atomgase erlauben es, maßgeschneiderte gut kontrollierbare synthetische Quantensysteme aufzubauen. Defekte in Kohlenstoffmaterialien und insbesondere Diamant gehören zu dieser Klasse präzise kontrollierbarer neuer "Quantenmaterialien". Die Besonderheit bei Diamantdefekten besteht darin, dass viele Quanteneffekte, die in gewöhnlichen Festkörpern erst bei tiefen Temperaturen auftreten, hier unter Umgebungsbedingungen nachgewiesen werden können. In vielerlei Hinsicht verhalten sich die Systeme wie Atome, die in einem Kohlenstoffgitter eingeschlossen und von diesem wirkungsvoll gegen äußere Einflüsse abgeschirmt werden. In den vergangenen Jahren konnten eine Reihe bahnbrechender und überraschender Experimente mit diesen Defekten gemacht werden. Dazu gehört die Erzeugung einer robusten Verschränkung zwischen einzelnen Spins bei Raumtemperatur [1,2] oder deren Nutzung für die hochgenaue Magnetfeldmessung [3,4]. Besonders der letzte Punkt könnte zu neuartigen Anwendungen in