Archiviertes Physik-Kolloquium:

26. Jan. 2012, 16:15 Uhr, Gebäude NW1, Raum H3

Viel lernen aus wenig Wahrscheinlichkeit: Simulationen seltener Ereignisse

Prof. Dr. Alexander Hartmann, Uni Oldenburg

Seltene Ereignisse, also solche die mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit auftreten, haben meist extreme Eigenschaften. Sie spielen eine immer stärkere Rolle in der Gesellschaft: Aufgrund der weltweit wachsenden wirtschaftlichen Vernetzung haben z.B. Börsencrashs eine immer größere Auswirkung. Der Klimawandel führt zu einer Zunahme von Stürmen und Hochwasser-ereignissen. Durch das Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende dichtere Besiedlung wächst die Gefahr von Opfern durch Erdbeben. Aber auch in der Grundlagenforschung spielen seltene und extreme Ereignisse eine wichtige Rolle: zum Beispiel werden die extremen Eigenschaften von Netzwerken, die Statistik von Sequenz-Alinierung von Gensequenzen oder die Verteilung von Grundzustandsenergien ungeordneter Magnete untersucht. In den meisten Fällen können extreme Ereignisse, wie der Name schon sagt, nur selten experimentell beobachtet werden (meistens möchte man das auch nicht). Analytisch lassen sich auch nur die wenigsten Modelle lösen. Daher werden verstärkt Computersimulationen zur Berechnung seltener Eigenschaften eingesetzt. In dem Vortrag wird eine Einführung in dafür verwendete Methoden gegeben und einige Ergebnisse aus den oben aufgeführten Bereichen der Grundlagenforschung gezeigt.