Archiviertes Physik-Kolloquium:

06. Jun. 2013, 16:15 Uhr, Gebäude NW1, Raum H3

Gravitation und Quantentheorie

Prof. Dr. Domenico Giulini, ZARM, Uni Bremen

Bekanntlich wird die Gravitation im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie als Aspekt der Geometrie von Raum und Zeit verstanden. Die notwendige Voraussetzung dazu liefert das Einstein'sche Äquivalenzprinzip, das sicherstellt, dass jede Form von Materie ein und dieselbe Geometrie "sieht". Dieses Prinzip wird üblicherweise aber in einer Form ausgesprochen, die sich nicht einfach auf quantentheoretisch zu beschreibende Materie übertragen lässt. Gilt das Äquivalenzprinzip dann überhaupt in der Quantenmechanik? Im ersten Teil meines Vortrages will ich mich dieser Frage zuwenden. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der spezifischeren Frage, welchen möglichen Einfluss das eigene Gravitationsfeld eines Quantensystems auf dessen zeitliche Entwicklung hat. Können Pakete von Materiewellen unter Ihrer eigenen Gravitationsanziehung kollabieren? Würde man das im Labor gegebenenfalls beobachten können?