Archiviertes Physik-Kolloquium:

21. Jan. 2016, 16:15 Uhr, Gebäude NW1, Raum H3

Wie bewertet man eine wissenschaftliche Theorie?

Prof. Dr. Stephan Hartmann, LMU München

Wissenschaftliche Theorien werden gewöhnlich im Lichte ihrer empirischen Konsequenzen bewertet. Wie aber geht man vor, wenn eine Theorie, wie etwa die Stringtheorie, (noch) keine empirisch testbaren Konsequenzen hat? Handelt es sich bei solchen Theorien überhaupt um empirische Theorien? In diesem Zusammenhang wird gerne das sog. Keine-Alternativen Argument vorgebracht: P1: Eine gegebene Theorie T erfüllt eine Reihe von wünschenswerten Bedingungen B. P2: Trotz großer Anstrengungen ist es der wissenschaftlichen Gemeinschaft bislang nicht gelungen, eine Alternative zu T zu finden, die die Bedingungen B ebenfalls erfüllt. (Also) K: Es ist nun wahrscheinlicher, dass T wahr bzw. empirisch adäquat ist. Ziel des Vortrages ist es, im Rahmen der Bayesianischen Bestätigungstheorie zu untersuchen, ob bzw. unter welchen Bedingungen Keine-Alternativen Argumente gute Argumente sind. Der Vortrag beruht auf dem Aufsatz R. Dawid, S. Hartmann, und J. Sprenger: The No Alternatives Argument, The British Journal for the Philosophy of Science. 66(1): 213-234 (2015). URL: http://philsci-archive.pitt.edu/9588/