Archiviertes Physik-Kolloquium:

02. Feb. 2017, 16:15 Uhr, Gebäude NW1, Raum H3

Habilitationsvortrag: Experimentieren im Physikunterricht: empirische Ergebnisse zum lernwirksamen und effektiven Einsatz von Experimenten

Dr. Christoph Kulgemeyer, Institut für Didaktik, Universität Bremen

Für den Physikunterricht ist das Experiment schon immer von besonderer Bedeutung gewesen. Nicht nur, dass es traditionell einen bedeutenden Teil der Unterrichtszeit in Anspruch nimmt - es soll auch dabei helfen, viele zentrale Ziele des Physikunterrichts zu erreichen. Experimente sollen u.a. das Interesse an Physik steigern und dazu führen, dass physikalisches Fachwissen besonders nachhaltig und überzeugend erworben wird. Sie sollen aber auch dazu dienen, zu verstehen, was Physik als Wissenschaft ausmacht. Selbstverständlich ist es auch ein Bildungsziel, überhaupt experimentieren zu können. Dabei stellt sich die Frage, ob und wie Experimente im Physikunterricht diesen hohen Anspruch einlösen können. Wie muss man Experimente in Unterricht einbetten, damit sie z.B. zum Erwerb von Fachwissen beitragen? Steigert es wirklich das Interesse an Physik, wenn mehr experimentiert wird? Ist es besser, Schülerexperimente zu verwenden oder Demonstrationsexperimente von Seiten der Lehrkraft durchzuführen? Wird überhaupt noch ausreichend im Schulunterricht experimentiert? In diesem Vortrag wird ein Einblick gegeben in eines der Themen, das in der Physikdidaktik am breitesten erforscht wurde; in den letzten zwanzig Jahren wurden mehr als 5.000 Studien zur Wirkung von Experimenten weltweit durchgeführt. Der Fokus des Vortrags liegt dabei darauf, die vielfältigen Ergebnisse so zusammenzuführen, dass belastbare Aussagen über den Einsatz von Experimenten im Physikunterricht getroffen werden können. Es wird sich dabei konzentriert auf die Wirkung von Experimenten auf den nachhaltigen Erwerb von Fachwissen sowie auf das Interesse von Schülerinnen und Schülern an Physik.